SOLIDARITÄTSAUFRUF AN DIE NEUEN SEMINARLEITER_INNEN IN DER
JUGENDBILDUNGSSTÄTTE KONRADSHÖHE E.V. UND DIEJENIGEN, DIE ES WERDEN
MÖCHTEN

Liebe Kolleg_innen,

Als (ehemallige) Seminarleiter_innen in Konradshöhe e.V. wurden wir
inzwischen mehrmals gefragt, wie sich Menschen solidarisch verhalten
können, die sich aktuell als sog. Teamer_innen in Konradshöhe bewerben
wollen oder darüber nachdenken.
Ein paar Vorschläge wie diese Solidarität aussehen könnte, machen wir am
Ende dieses Schreibens. Zunächst mal eine Erklärung unserer Situation.

Vielleicht habt ihr schon davon gehört: Nach einem Konflikt über über
die Formen kollektiver Organisierung der Seminarleiter_innen wurden Ende
Juni, genau zu Beginn der Sommer-Seminarpause, auf einen Streich die
Rahmenvereinbarungen aller Seminarleiter_innen des Hausteams gekündigt.
Manchen Seminarleiter_innen, die die Hausleitung daraufhin telefonisch
kontaktierten, wurde die Zusammenarbeit aufgekündigt, während anderen
ein Neueinstieg angeboten wurde.
Einige der sog. Teamenden bringen sich seit etlichen Jahren für die
Bildungsstätte ein und viele Teamende trifft die Kündigung existentiell.

Wir fordern gegenüber der Hausleitung, allen Seminarleiter_innen den
Wiedereinstieg zu ermöglichen. Auf dieser Grundlage sind wir bereit,
über Konfliktklärungsmaßnahmen zu verhandeln. „Alle oder keine(r).
Mitbestimmungsrechte jetzt!“ ist unsere Forderung.
Wir 17 Seminarleiter_innen, haben nie – wie auf der Webseite des Hauses
steht – die Entscheidung getroffen, keine Aufträge der Bildungsstätte
mehr anzunehmen. Im Gegenteil, wir traten mehrmals im Gespräch an die
Bildungsstätte mit der Bitte heran, uns allen weiterhin Aufträge zu
erteilen. Als Gegenzug dafür waren wir bereit, uns öffentlich für unsere
Haltung gegenüber den Konflikt zu entschuldigen. Daraufhin wurde uns
gesagt, dass das Haus ihre Entscheidung, mit einigen nicht mehr zu
arbeiten, nicht zurücknehmen wird. Insofern stimmt es, dass wir nicht
bereit sind, es hinzunehmen, dass einzelnen Teamenden keine Aufträge
mehr erteilt werden. Aus diesem Grund lehnen wir es ab, als
Einzelpersonen dort weiterzuarbeiten solange diese in Konradshöhe nicht
wieder arbeiten dürfen. Das eben heißt SOLIDARITÄT! Ein Konzept, das wir
regelmäßig in den dort stattfinden Seminaren erläutern.

Neben dem Widereinstieg wollen wir über eine weitere Mitbestimmung im
Haus diskutieren. Als freiberufliche Mitarbeiter_innen fehlen uns
grundlegende Rechte, die von Gewerkschaften für reguläre
Beschäftigungsverhältnisse erkämpft wurden. Die Rahmenvereinbarung, die
ausgehandelt wurde, bildet einen ersten Schritt dahin. Doch
Vereinbarungen aus Verhandlungen mit unserem informellen Teamrat wurden
zurückgenommen. Daher unser Anliegen einen offiziellen Teamendenrat
einzurichten. Dies zu akzeptieren und zu unterstützen sollte in einer
Bildungsstätte mit gewerkschaftlichem Hintergrund selbstverständlich
sein.

Deshalb möchten wir euch bitten, aktiv zu werden und uns zu
unterstützen:

- Das erste ist natürlich: Wollt ihr in einem Haus arbeiten, indem alle
früheren Seminarleiter_innen nicht mehr anwesend sind, weil sie
miteinander solidarisch waren??
-Falls es euch jedoch wichtig ist, dort tätig zu sein, klopft bei der
Hausleitung an und fragt, warum wir draußen bleiben müssen, während
andere Teamer_innen jetzt unseren Job machen!
-Thematisiert die Kündigung der Rahmenvereinbarung in euren Seminaren!
-Schreibt uns, fragt wie ihr uns unterstützen könnt oder kommt zu
unseren Treffen: 17aufeinenstreich@riseup.net

Wir freuen uns darauf euch zu treffen und unsere Gruppe zu vergrößern!!
Zeigt euch solidarisch!